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Jenseits von Sehnsucht – zu Sigmar Gabriels „Sehnsucht nach Heimat“

Im Spie­gel vom 18. Dezem­ber 2017 ver­öf­fent­lich­te Sig­mar Gabri­el einen Besin­nungs­auf­satz  über die Zukunft der Sozi­al­de­mo­kra­tie, über Post­mo­der­ne und Ent­wur­ze­lung. Jakob Aug­stein bezeich­net ihn in sei­ner SpOn-Kolum­ne als „klu­gen Essay“, allei­ne ja schon ein Grund zur Vor­sicht.  Und Gabri­el selbst spricht in sei­nem Auf­satz eini­ge grund­le­gen­de und rich­ti­ge Pro­ble­me an – aber den­noch hat er voll­kom­men unrecht.

Denn der Weg aus dem Spät­ka­pi­ta­lis­mus ist nicht der zurück in eine – wie auch immer gear­te­te – Moder­ne. Eine Moder­ne der 50er-Jah­re, in der der Mann noch die Bröt­chen holt und Abends noch pünkt­lich das Essen auf dem Tisch steht. In die roman­ti­sier­te Welt knol­len­na­si­ger Arbei­ter, die noch wis­sen, wo ihr Platz in der Gesell­schaft und auf der Welt ist, in der man von fer­nen Kon­ti­nen­ten nur ein­mal gehört oder im schwarz-weiß Fern­se­her gese­hen hat, eine Welt, in der „alles noch in Ord­nung“ war. Nicht nur, dass weit eine Min­der­heit der Arbeiter*innen sich heu­te noch mit Blu­men­kohl­na­sen her­um­schla­gen müs­sen: auch die Pro­ble­me der Men­schen sind nicht mehr die sel­ben wie in den 1950er-Jah­ren.

Wei­ter­le­sen

Wissen und Wissenschaft in Zeiten der Digitalisierung

Was kann ich wis­sen?“ war eine der Grund­fra­gen, die Imma­nu­el Kant auf­ge­wor­fen hat. Schon ohne die Infor­ma­ti­ons­flut des World Wide Web war die Ant­wort dar­auf sei­ner­zeit hoch­kom­plex. In der Minu­te, in der Sie den ers­ten Absatz die­ses Tex­tes lesen, wer­den auf der Video­platt­form You­Tube400 Stun­den Video­ma­te­ri­al hoch­ge­la­den. Im Janu­ar 2016 wur­den in der Online-Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia durch­schnitt­lich gan­ze 28.177 Arti­kel pro Tag erstellt. Allein die deutsch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia ent­hält heu­te fast 2 Mil­lio­nen Arti­kel. Viel mehr, als jeder von uns jemals lesen könn­te. Und auch vor wis­sen­schaft­li­cher Lite­ra­tur macht die Digi­ta­li­sie­rung natür­lich kei­nen Halt: 2015 wur­den allei­ne in der Sco­pus-Daten­bank des Else­vier-Ver­la­ges fast 2 Mil­lio­nen zitier­fä­hi­ge Arti­kel hin­ter­legt.

Die Infor­ma­tio­nen, die uns heu­te zur Ver­fü­gung ste­hen, über­stei­gen die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät unse­rer Sin­ne. “Was kann ich wis­sen?” ist im Inter­net­zeit­al­ter nicht mehr die allei­ni­ge Grund­fra­ge, die Kant auf­wer­fen wür­de. Brau­chen wir eine neue Erkennt­nis­theo­rie? Ich will vier Fra­gen auf­wer­fen, die die Wis­sen­schaft im Zusam­men­hang mit der Digi­ta­li­sie­rung beschäf­ti­gen müs­sen:

  • Was muss ich wis­sen um wis­sen zu kön­nen?
  • Das Ver­hält­nis von Wis­sen und Demo­kra­tie
  • Wie fil­te­re ich Wis­sen?
  • Wie kann ich Wis­sen dif­fe­ren­zie­ren?

Der voll­stän­di­ge Arti­kel ist erschie­nen in Forum Wis­sen­schaft 4/2016 und ist online abruf­bar unter http://​www​.bdwi​.de/​f​o​r​u​m​/​a​r​c​h​i​v​/​u​e​b​e​r​s​i​c​h​t​/​9​6​4​7​8​2​7​.​h​tml

Die Selbstzerstörung der Aufklärung

Die­sen Text will ich mit einem Kom­men­tar aus den taz-Leser­kom­men­ta­ren ein­lei­ten, der mir ges­tern Mor­gen unter die Augen fuhr: „toxi­sches Männ­lich­keits­ide­al und auch Frauenfeindlichkeit,glauben sie zu sehen… :)hat­ten sie schon Ihren ers­ten Freund ?“. In dem dazu­ge­hö­ri­gen Arti­kel ging es eigent­lich dar­um, dass männ­li­chen Syn­chron­schwim­mern kei­ne Teil­nah­me an den olym­pi­schen Spie­len gestat­tet ist – ein The­ma, das mich jetzt zuge­ge­ben nur äußerst peri­pher inter­es­siert. Einer Frau, die in der Kom­men­tar­spal­te dem Arti­kel bei­pflich­tet und dahin­ter rich­ti­ger­wei­se gesell­schaft­li­che Rol­len­kli­schees sieht, die noch immer zu stark wir­ken, wird unter­stellt, sie habe kei­ne Ahnung vom Leben, ja noch nicht ein­mal von ihrer eige­nen Sexua­li­tät.

Wei­ter­le­sen

Folge 3: „Terror, Terrorismus, Amok“

Leit­fra­gen:

  1. Was ist eigent­lich Ter­ro­ris­mus?
  2. Und was unter­schei­det ihn von ande­ren For­men der Gewalt, bei­spiels­wei­se einem Amok­lauf oder orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät? Und war­um spielt die­se Unter­schei­dung durch­aus eine Rol­le?
  3. Nicht zuletzt: Was haben die Medi­en damit zu tun?

 

Mein eige­ner Auf­satz zum Soci­al-Media-Ein­satz ter­ro­ris­ti­scher Orga­ni­sa­tio­nen im Voll­text: „Funk­ti­ons­lo­gik ter­ro­ris­ti­scher Pro­pa­ganda im beweg­ten Bild“ in: Jour­nal for Dera­di­ca­liza­t­ion 4/2015.

 

Literatur (Terrorismus)

  • Aly, A., & Green, L. (2010). Fear, Anxie­ty and the Sta­te of Ter­ror. Stu­dies in Con­flict & Ter­ro­rism 33(3), S. 268–281.
  • Bock, A. (2009). Ter­ro­ris­mus. Pader­born: Fink.
  • Chom­sky, N. (2003). On Isra­el, the US and Tur­key. Noam Chom­sky inter­view­ed by Saba­hat­tin Atas, auf: chom​sky​.infoZuletzt abge­ru­fen am 5. Sep­tem­ber 2015 auf http://www.chomsky.info/interviews/200309–.htm
  • Hoff­man, B. (2007). Ter­ro­ris­mus – der uner­klär­te Krieg. Neue Gefah­ren poli­ti­scher Gewalt, Bonn: Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung.
  • Kasch­ner, H. (2008).  Neu­es Risi­ko Ter­ro­ris­mus. Ent­gren­zung, Umgangs­mög­lich­kei­ten, Alter­na­ti­ven, Wies­ba­den: VS Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten.
  • Nar­ve­s­on, J. (1991). Ter­ro­rism and Mora­li­ty. In R.Frey, & C. Mor­ris (Hrsg.), Vio­lence, Ter­ro­rism and Jus­ti­ce (S. 116–169). New York: Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press.
  • Schmid, A. (2011). The Defi­ni­ti­on of Ter­ro­rism. In A. Schmid (Hrsg.): The Rout­ledge hand­book of ter­ro­rism rese­arch (S. 39–98). Lon­don: Rout­ledge.
  • Schne­ckener, U. (2006). Trans­na­tio­na­ler Ter­ro­ris­mus. Cha­rak­ter und Hin­ter­grün­de des „neu­en“ Ter­ro­ris­mus (2. Ori­gi­nal­aus­ga­be). Frank­furt am Main: Suhr­kamp.
  • Straß­ner, A. (2008). Sozi­al­re­vo­lu­tio­nä­rer Ter­ro­ris­mus: Typo­lo­gi­en und Erklä­rungs­an­sät­ze. In A. Straß­ner (Hrsg.), Sozi­al­re­vo­lu­tio­nä­rer Ter­ro­ris­mus. Theo­rie, Ideo­lo­gie, Fall­bei­spie­le, Zukunfts­sze­na­ri­en (S. 9–36), Wies­ba­den: VS-Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten.
  • Town­s­hend, C. (2005). Ter­ro­ris­mus. Stutt­gart: Reclam.
  • Wild­fang, A. (2010). Ter­ro­ris­mus. Defi­ni­ti­on, Struk­tur, Dyna­mik, Ber­lin: Duncker & Hum­blot.

 

Literatur (Terrorismus und Medien):

Folge 2: „Was ist Europa?“

Mein Blog­bei­trag „Fool, Bri­tan­nia!“

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