Leerstand nutzen – Leerstand bekämpfen

18. Juni 2020 Allgemein

Zur Bekämp­fung des städ­ti­schen Leer­stands- und Raum­pro­blems for­dert die grü­ne Frak­ti­on die Stadt Regens­burg in zwei Anträ­gen auf, städ­ti­schen Leer­stand zu erfas­sen, sowie Nut­zungs­mög­lich­kei­ten aller Leer­stän­de in der Stadt zu prü­fen und einer tem­po­rä­ren oder auch län­ger­fris­ti­gen Ver­wen­dung zuzu­füh­ren.

Kul­tur, Kunst und Enga­ge­ment brau­chen Platz“, erklärt Stadt­rat Dani­el Gait­tet. „Daher“, so Gait­tet wei­ter, „for­dern wir einen städ­ti­schen Leer­stands­be­richt. Wir wol­len wis­sen, wel­che städ­ti­schen Immo­bi­li­en aktu­ell leer ste­hen und wo eine Zwi­schen­nut­zung mög­lich ist.“

Gera­de für eine Stadt wie Regens­burg, die neben dem Leer­stand auch mit einem Raum­pro­blem zu kämp­fen hat, ist die best­mög­li­che Nut­zung der vor­han­de­nen Flä­chen und Räu­me uner­läss­lich.

Dass z. B. kul­tu­rel­le wie zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven, Krea­ti­ve oder auch Star­tups oft­mals kei­ne Räum­lich­kei­ten für ihre Arbeit fin­den, ist pro­ble­ma­tisch, jedoch nur ein Aspekt, dem die grü­ne Frak­ti­on mit ihren Anträ­gen Abhil­fe schaf­fen will. Denn mit bestehen­dem Leer­stand geht ein wei­te­res Pro­blem ein­her: Die­ser ver­mehrt sich selbst.

Zunächst scha­den unge­nutz­te Immo­bi­li­en meist den Besit­zern. Dar­über hin­aus lässt Leer­stand, vor allem wenn er räum­lich gehäuft auf­tritt, gan­ze Stra­ßen­zü­ge unat­trak­tiv erschei­nen und ver­hin­dert so die Ansie­de­lung neu­en Laden­ge­schäf­ten“, erläu­tert Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Ste­fan Chris­toph. So ent­ste­he eine sich selbst ver­stär­ken­de „Dyna­mik des Leer­stan­des“.

Eine mög­li­che Lösung zeigt hier das Leer­stands­ma­nage­ment ande­rer Städ­te, z. B. das der Stadt Rot­ter­dam, auf: Dort kauft eine staat­lich geför­der­te Gesell­schaft leer­ste­hen­de, unsa­nier­te oder pro­blem­be­haf­te­te Immo­bi­li­en auf, um sie preis­güns­tig und unter der Prä­mis­se, dass die Käu­fer für anfal­len­de Sanie­rungs­ar­bei­ten auf­kom­men oder die­se selbst durch­füh­ren und die Immo­bi­lie anschlie­ßend nut­zen, wei­ter­zu­ver­kau­fen.

Ein sol­ches Kauf-Ver­kauf-Modell, oder auch ein ent­spre­chen­des „Miet-Unter­ver­miet-Modell“, um tem­po­rä­ren Leer­stand zu bekämp­fen, erscheint auch für die Stadt Regens­burg als ein prak­ti­ka­bler Lösungs­an­satz. „Für kul­tu­rel­le und zivil­ge­sell­schaft­li­che Nut­zung stel­len wir uns dabei güns­ti­ge­re oder kos­ten­freie Kon­di­tio­nen vor“, führt Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Maria Simon an.