Engagement braucht Raum

8. Juli 2020 Allgemein

Kul­tu­rel­les und sozia­les Enga­ge­ment braucht Raum – Raum, der in Regens­burg zwar vor­han­den ist, jedoch nicht genutzt wird. „Obwohl die regie­ren­de Koali­ti­on in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag den Wert von Ver­bän­den und Initia­ti­ven als tra­gen­de Säu­len der sozia­len Sta­bi­li­tät in Regens­burg aner­kennt und sich vor­ge­nom­men hat, die­sen die benö­tig­ten Räu­me für ihre Arbeit zur Ver­fü­gung zu stel­len, ver­wei­gert sie sich doch einem gesamt­heit­li­chen Lösungs­vor­schlag und einer zen­tra­len Anlauf­stel­le, mit der eine prak­ti­ka­ble Ent­schär­fung des Raum­pro­blems in Regens­burg mög­lich wäre“, kri­ti­siert Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Ste­fan Chris­toph die Ent­schei­dung der Koali­ti­on, den Antrag der grü­nen Frak­ti­on zum The­ma Leer­stands­ma­nage­ment in Regens­burg abzu­leh­nen. Die Ent­schei­dung über den Antrag zum städ­ti­schen Leer­stands­be­richt steht noch aus.

Im ges­tern behan­del­ten Antrag ersuch­ten die Grü­nen die Stadt­ver­wal­tung dar­um, die Ein­rich­tung eines städ­ti­schen Leer­stands­ma­nage­ments zur lang­fris­ti­gen Bekämp­fung des Leer­stands- und Raum­pro­blems, expli­zit auch für sozia­le und kul­tu­rel­le Initia­ti­ven in Regens­burg zu prü­fen. Der Antrag wur­de im Aus­schuss für Stadt­pla­nung, Ver­kehr und Woh­nungs­fra­gen sei­tens der Koali­ti­on und gegen die Stim­men der Oppo­si­ti­on abge­lehnt.

Die bis­he­ri­gen Bemü­hun­gen der Stadt Regens­burg, wie zum Bei­spiel das Leer­stands­ma­nage­ment für die Alt­stadt oder eine Platt­form der Wirt­schafts­för­de­rung, schei­nen für die Ver­ei­ne und Orga­ni­sa­tio­nen, die seit län­ge­rem pas­sen­de Räu­me für ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment suchen, nicht der rich­ti­ge Lösungs­an­satz zu sein”, stellt Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Maria Simon fest.

In einem wei­te­ren Antrag, über den im mor­gi­gen Aus­schuss für die Evan­ge­li­sche Wohl­tä­tig­keits­stif­tung abge­stimmt wer­den soll, for­dert die grü­ne Frak­ti­on die Ver­wal­tung der Stadt Regens­burg dazu auf, die Mög­lich­kei­ten und Bedin­gun­gen einer Zwi­schen­nut­zung des ehe­ma­li­gen Evan­ge­li­schen Kran­ken­haus­kom­ple­xes für kul­tu­rel­le und sozia­le Initia­ti­ven zu prü­fen. Die Vor­tei­le, die eine ent­spre­chen­de Nut­zung mit sich bräch­te, sind nicht von der Hand zu wei­sen, wie Stadt­rä­tin Wieb­ke Rich­ter erklärt: „Neben dem Umstand, dass die inner­städ­ti­sche Lage sowie der bar­rie­re­freie Aus­bau die Räum­lich­kei­ten für eine Zwi­schen­nut­zung bes­tens qua­li­fi­zie­ren, bie­tet die­se einen wirt­schaft­li­chen Mehr­wert für die Stif­tung, einen gesell­schaft­li­chen Nut­zen für die Stadt Regens­burg und am Wich­tigs­ten, dem Enga­ge­ment den Raum, den es benö­tigt“. Die sat­zungs­kon­for­me Zwi­schen­nut­zung erscheint als der nächs­te logi­sche Schritt – ob die graue Koali­ti­on dies auch so sieht, bleibt abzu­war­ten.